AKTUELLES KW HH-Plan Doppik
Königs Wusterhausen legt als erste Stadt in Brandenburg einen Doppischen Haushaltsplan vor
Die Stadt Königs Wusterhausen, die seit 1995 das Kommunale Finanzwesen von H&H einsetzt, hat als erste Stadt in Brandenburg einen "Doppischen Haushaltsplan" vorgelegt.
Bürgermeister Stefan Ludwig und Kämmerer Jörn Perlick stellten in einer Pressekonferenz am 27. März 2006 den ersten doppischen Haushaltsplan vor.
Unmittelbar vor der Pressekonferenz überreichten Frau Eckelmann und Herr Perlick aus der Kämmerei - zu Recht stolz auf das Ergebnis des Projektteams - ein Sonderexemplar des Haushaltsplanes an Herrn Hölting, Geschäftsführer von H&H.
Im Stolz auf den ersten doppischen Haushaltsplan ging in der Pressekonferenz unter, dass die Stadt Königs Wusterhausen - eine der acht Pilotkommunen im Land Brandenburg - bereits seit Anfang 2006 im doppischen Buchungsstil arbeitet, wie auch die Gemeinde Boitzenburger Land, eine weitere Pilotkommune in Brandenburg, die mit H&H den Umstieg in die Doppik gewählt hat.
Presseerklärung der Stadt Königs Wusterhausen
Mit dem am 27. März von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Haushalt gleicht die Stadt Königs Wusterhausen in nur zwei Jahren ihr Haushaltsdefizit aus und führt gleichzeitig das Neue Rechnungswesen ein.
Im Zusammenhang mit der Gemeindegebietsreform 2003 war es Königs Wusterhausen nicht möglich, für die Jahre 2004 und 2005 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Mit der konsequenten Umsetzung des Haushaltssicherungskonzeptes ist es aber gelungen, den städtischen Haushalt zu konsolidieren. Nach nur zwei Jahren legt die Stadt Königs Wusterhausen jetzt wieder einen ausgeglichenen Haushalt vor. Am gestrigen Montagabend wurde der Haushalt 2006 von der Stadtverordnetenversammlung Königs Wusterhausen beschlossen - gleichzeitig der erste doppische Haushalt im Land Brandenburg.
Stefan Ludwig: "Wir haben ein Stück harter Arbeit hinter uns: Haushaltskonsolidierung in nur zwei Jahren und in Sachen Doppik Vorreiter in Brandenburg. Das kann sich sehen lassen."
Das doppische kommunale Haushalts- und Rechnungswesen - oder kurz: Doppik - orientiert sich an dem in der Privatwirtschaft gebräuchlichen kaufmännischen Rechnungswesen. "Doppik" ist die Abkürzung von "Doppelte Buchführung in Konten". Es handelt sich dabei um eine Art der kaufmännischen Buchführung. Damit wird der tatsächliche, auf das Jahr bezogene Aufwand für eine Leistung der Stadt nachvollziehbar.
Die Doppik bildet den Ressourcenverbrauch durch die Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand ab.
Ludwig: "Wir haben damit zum ersten Mal einen wirklich ehrlichen Haushalt. Er bietet außerdem deutlich mehr Transparenz für Stadtverordnete wie auch für Bürgerinnen und Bürger."
Kameralistik hat ausgedient
Das alte kamerale Rechnungswesen wird den Ansprüchen an eine transparente, moderne und bürgerorientierte Verwaltung nicht mehr gerecht. Es orientiert sich am Geldverbrauch und erfasst nur Einnahmen und Ausgaben, ohne deren Ursprung oder Zuordnung zu betrachten. So sind weder das Vermögen einer Kommune noch der Ressourcenverbrauch sichtbar. Ebenso können Abschreibungen oder nutzungsbedingter Werteverzehr nicht erfasst werden.
Modellkommune seit 2004
Im Land Brandenburg wird die Umstellung des kameralistischen Rechnungswesens auf das doppische Haushalts- und Rechnungswesen zunächst in acht ausgewählten Modellkommunen erprobt - Akzeptanzprobleme sollen abgebaut, praktische Erfahrungen für das anschließende Gesetzgebungsverfahren gesammelt und ein für alle Kommunen im Land Brandenburg nutzbares Konzept für die Umstellung ihres Rechnungswesens erarbeitet werden.
Im Rahmen dieses Pilotprojektes sollen die doppischen Rechnungselemente innerhalb eines Zeitraums von zweieinhalb Jahren getestet und die Projektergebnisse in einer Gesamtdokumentation bis Ende 2007 zusammengefasst allen brandenburgischen Kommunen als praktische Arbeitshilfen in die Hand gegeben werden.
In einem dritten und letzten Schritt soll das neue Haushalts- und Rechnungswesen in Brandenburg flächendeckend normiert und voraussichtlich am 1. Januar 2007 mit einer Übergangszeit von 3 bis 5 Jahren in Kraft treten.
Die Stadt Königs Wusterhausen ist eine der acht Modellkommunen. Am 4. November 2004 unterzeichnete Bürgermeister Stefan Ludwig eine Rahmenvereinbarung dazu mit dem Brandenburgischen Innenministerium.
Am Pilotversuch beteiligen sich außerdem der Landkreis Dahme-Spreewald, der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die Landeshauptstadt Potsdam, die Stadt Nauen, die Gemeinden Leegebruch und Boitzenburger Land und das Amt Gerswalde.
Nicht bei Null angefangen: Pilotprojekte
Als Modellkommune hat Königs Wusterhausen aber nicht bei Null angefangen: Die Stadt Königs Wusterhausen hat versuchsweise bereits im Jahr 2003 an zwei Pilotobjekten parallel zur Kameralistik für das Haushaltsjahr 2002 die Doppik eingeführt, um versuchsweise Zusammenhänge und Ergebnisse nachvollziehen zu können. Als Objekte wurden das Bürgerhaus und die Feuerwehr ausgewählt.
Damals schon wurde eine Projektgruppe ins Leben gerufen, um erste Schritte für die aufwendige Umstellung auf das neue Rechnungswesen vorzubereiten - Ämter übergreifend unter der Leitung des Kämmerers und Leiters des Amtes für Finanzen, Jörn Perlick.
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